Lebensläufe
Lebenslauf Inge Horstmann, geb. Bauer
Lebenslauf
12.6. 1939 geboren in Diez / Lahn
1946 - 1949 Besuch der Volksschule in Mühlhausen und Billmerich bei Unna
1950 - 1959 Städt. Neusprachliches Gymnasium Velbert
1959 Abitur ebd.
1959 - 1962 Studium Lehramt an Volksschulen an den Pädagogischen Hochschulen Kettwig und Berlin
1962 Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Volksschulen in Kettwig
1962 - 1963 Lehrerin an der Kath. Bückmannshofschule in Essen
1963 - 1967 Lehrerin an der Ev. Heckerschule in Essen - Werden
1965 Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Volksschulen
1965 Verehelichung mit Pfarrer Dietrich Horstmann
1966 Geburt des Sohnes Markus
19.7. 1967 Anstellung als Beamtin auf Lebenszeit
31.10.1967 Ausscheiden aus dem Dienst des Landes NW auf eigenen Wunsch
1969 Geburt des Sohnes Peter
1972 Geburt des Sohnes Mattias
1977 - 1978 Schwangerschaftsvertretung F.-von Spee-Schule Angermund
1978 - 1984 Pädagogische Arbeit auf der Kinderstation Städt. Kliniken Duisburg –
Projekt Familienbildungswerk der Ev. Kirche in Duisburg
1984 - 1989 Weiterführung der Päd. Arbeit auf der Kinderstation
im Rahmen der Ökumenischen Krankenhaushilfe am Klinikum Duisburg
1989 - 1991 Deutsch für Aussiedler als Honorarkraft bei der DAA Krefeld
1993 - 2010 als Grossmutter von 8 Enkelkindern tätig
Lebenslauf Dietrich Horstmann
Meldung des Oberprimaners Dietrich Horstmann zur Reifeprüfung Ostern 1959
( in Klammern Ergänzungen im Jahr 2008 durch Dietrich Horstmann )
Velbert, den 10.11.1958
Hiermit melde ich mich zur Reifeprüfung Ostern 1959 am Städtischen Neusprachlichen Gymnasium Velbert und möchte als zweite fremdsprachliche Arbeit in Französisch schreiben.
Am 26.4.1939 wurde ich, Dietrich Reiber Horstmann, als zweiter Sohn des Studienrats Friedrich Horstmann und seiner Ehefrau Gertrud Horstmann, geb. Stolpe in Velbert geboren. Ich bin evangelischer Konfession. Im Jahre 1940 wurde mein Vater zum Wehrdienst einberufen. Meine Mutter, mein Bruder ( Gerhard geb. 19.2.1937 ) und ich zogen zunächst ( zumeiner Großmutter ( Emma Stolpe geb. Dräger in die Hedwigstaße 1a ) nach Berlin, siedelten aber wegen der zunehmenden Bombenangriffe nach Körbitz im Kreis Jüterbog über. ( Meine Mutter arbeitete dort in der Dorfschule als Lehrerin ) Als bei Kriegsende ( Mai 1945 ) die Russen einmarschierten begaben wir uns auf den Fluchtweg nach Westdeutschland.
( Meine Mutter und meine Großmutter mussten sich vor vergewaltigendenRussen verstecken ) Aber erst im Oktober 1945 vgelang uns der Übergang über die Zonengrenze.
Wie fanden zunächst bei Verwandten ( Karl Schmidt Hedem 43 ) in Hedem, Kreis Lübbecke in Westfalen Unterkunft. Dort besuchte ich von Dezember 1945 bis Ostern 1947 die einklassige Volksschule.
Ostern 1947 kehrten wir nach Velbert zurück ( Sontumerstr, 77 ) .Hierging ich bis Ostern 1950 in die Ev. Volksschule Sontumerstr.. Dann trat ich nach bestandener Aufnahmeprüfung ( 3 Tage Probeunterricht ) in die Sexta des Städtischen Gymnasiums Velbert ein. Nach neunjähriger Schulzeit möchte ich nun zu Ostern 1959 die Reifeprüfung ablegen und danach Theologie studieren.
Das erste Erlebnis, an das ich mich noch erinnern kann, ist ein Luftangriff auf Berlin, bei dem eine schwere Bombe in der Nachbarschaft einschlug und unser Haus bedrohlich erschütterte. Die Flucht ist mir al eine Zeit ständiger Angst und Unruhe im Gedächtnis geblieben. Dagegen erscheint mir heute der Aufenthalt in Hedem als die sorgloseste und darum schönste Zeit meines Lebens.
Die Volksschuljahre in Velbert waren insofern bedeutsam für mich, alsich damals zu gründlicherem Arbeiten gezwungen wurde, um Lücken aufzufüllen ( Dorfschule Hedem verkürzte Schulzeit ). Meine Mutter und mein Vater, der 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, förderten mich aber so, dass mir der Übergang zum Gymnasium wenig Mühe machte. ( weil ich 1 Jahr länger zur Volksschule ging und erst nach dem 5. Schuljahr wechselte ? dem Lehrer Orlowski, später Rektor und Schulrat (?) in Velbert verdanke ich viel mit seiner Hilfe gegen Mobbing - wegen meiner Wohlgenährtheit aus Hedem und dem starken Schielen war ich Zielscheibe solcher Attacken ) .
Ich besuchte dann den Konfirmandenunterricht ( erst bei einem pietistischen Diakon, der mich durch seine Konsequenz und Glaubwürdigkeit beeindruckte dann bei Pfarrer David, einem soliden Theologen ), der mir viel gegeben hat. Hier wurde mir der Zugang zum Kirchen- und persönlichen Glaubensleben erschlossen. In ihm fand ich entscheidende Formung inmeinen Entwicklungsjahren. ( allerdings mit einer sehr restriktiven Sexualmoral ) . Ich trat in den Schülerbibelkreis ein, in dem ich meinereligiösen Erkenntnisse vertiefen und weitergeben konnte. In den letzten drei Jahren durfte ich selbst einen Kreis in Velbert leiten.( Offiziell nur einen, später einen zweiten und der Besuch des eigenen BK mit Gleichaltrigen, s0 dass ich dreimal pro Woch im BK verbrachte, für den ich auch in der Schule einen Schaukasten mit Auslegungen des Wochenspruches gestaltete. Zusammen mit Wolfgang Hartmann und E.Drews gestalteten wir auch einige montägliche Andachten ) Auf seinen Wanderfahrten und Freizeiten verlebte ich eindrucksvolle Wochen im Schwarzwald, in Oberbayern, in der Schweiz und in der Eifel und gewann dabei wertvolle Erfahrungen in der Betreuung der Jungen. Die Wahl meines künftigenBerufes hat mir deshalb wenig Schwierigkeiten bereitet.
Was ich der Schule verdanke, vermag ich nicht so deutlich aufzuzeigen. Trotz der Fülle der Fächer ist mir aber doch das Interesse für Religion, Deutsch, Geschichte, Musik und Turnen geweckt worden. Ich durfte im Madrigalchor ( Aufführung im Bürgerhaus Bachmotette Komm Jesu, komm Leitung Rudolf Muth achtstimmig ! ) und im Schulchor mitwirken. In jedem Unterricht haben mich vor allem lebenskundliche und philosophische Fragen besonders interessiert. Durch meine Mitarbeit in der SMV erhielt ich Gelegenheit, an einem Lehrgang für Ost-West-Fragen im Jugendhof Vlotho teilzunehmen. Die Tage haben mir einen weiteren Anstoß gegeben, mich mit weltanschaulichen Fragen zu beschäftigen.( Dort Horst Gloy junger Theologiestudent Er: Tillich ? gegen meine noch unreflektiert übernommenen Barthpositionen ? Karl Jaspers ? Paul Sartre )
Beruflicher Werdegang nach dem Abitur
1959 - 1960 Studium der Theologie in Marburg ( Graecum und Hebraicum )
1960 - 1962 Studium der Theologie in Heidelberg
1962 - 1965 Studium der Theologie in Bonn
1965 1. Theologisches Examen
1968 2. Theologisches Examen
1968 Hiflsdienst als Pastor in Duisburg Kasslerfeld
1969 - 1999 Berufsschulpfarrer in Duisburg am Kaufmännischen Berufskolleg Duisburg-Mitte und am Bertolt-Brecht-Berufskollegvon 1969 bis 1999
1974 - 1999 Bezirksbeauftragter für den BRU in den Kirchenkreisen Duisburgs und Dinslaken
1978 - 1999 Fachleiter an den Studienseminaren in Essen, Duisburg und Düsseldorf